Expertenrunde zeigt Wege aus dem Kiesraubbau in Kamp-Lintfort

Wie der Ausstieg aus dem Kiesabbau am Niederrhein gelingen kann, haben der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider und das Aktionsbündnis Niederrheinappell jetzt mit Fachleuten diskutiert. Gut 80 Gäste kamen zur Podiumsdiskussion „Tschüss Kies. So bauen wir in Zukunft.“ ins Vereinsheim der Kleingartenanlage Flora Rossenray.

Klaus Leonhards, Vorsitzender des Niederrheinappell, machte zu Beginn deutlich, worum es geht: „Wir haben viele nutzlose Kieslöcher am Niederrhein.“ Diese Flächen könne man sinnvoller nutzen, wenn es Alternativen zu immer neuen Abgrabungen von Kies und Sand gäbe.

Dass eine Möglichkeit Recycling von Baustoffen ist, machte Frank Tielkes deutlich. Er betreibt eine Recycling-Anlage in Hünxe. Das Potential in diesem Bereich sei lange nicht ausgeschöpft, so Tielkes.

Viele Erfahrungen mit alternativen Baustoffen wie Holz hat der Journalist und Autor Erwin Kohl gemacht. Er hat versucht, sein Haus ganz ohne neuen Kies und Sand zu bauen. Eine große Hürde seien Vorschriften und Auflagen gewesen, die gar nicht auf alternatives Bauen ausgerichtet seien, so Kohl.

Die Kamp-Lintforterin Christina Nixdorf-Doose berichtete von ihren Erfahrungen als Fachfrau für Bauen im Bestand – und schilderte, wie Umbau statt Neubau Baustoffe sparen kann. „Die Zukunft liegt im Bestand“, sagte Nixdorf-Doose.

„Diese Perspektiven zeigen, dass es keine übermütige Fantasie ist, aus dem Kiesraubbau rauszukommen“, sagte der Abgeordnete Schneider: „Recycling, Alternativen, Umbau und Sparsamkeit sind möglich, um nachhaltig zu werden und auch in Zukunft erfolgreich zu wirtschaften.“

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