Debatte über die Zukunft der Kitas: Erzieherinnen und Erzieher wünschen sich mehr Unterstützung

Etwa 100 Erzieherinnen und Erzieher, Vertreter von Kita-Trägern und Eltern haben jetzt über die Zukunft von Kindertageseinrichtungen gesprochen. Der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider hatte dazu in die Stadthalle Kamp-Lintfort eingeladen. Hintergrund ist die von der schwarz-grünen Landesregierung vorgesehene Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz). „Aktuell berät der Landtag dieses Vorhaben“, sagte Schneider: „Wir befürchten schlechtere Bedingungen in der Betreuung und zu wenig Geld für einen guten Kita-Betrieb, wenn alles so kommt, wie CDU und Grüne es planen.“ Daher sei es ihm wichtig gewesen, von Praktikerinnen und Praktikern vor Ort zu hören, welche Erwartungen sie an Politik haben.

Zur Diskussion hatte Schneider seine Kollegin Nina Andrieshen eingeladen. Die Landtagsabgeordnete ist selbst staatlich anerkannte Erzieherin und verantwortet inzwischen die Familienpolitik der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Parlament. Andrieshen machte zunächst deutlich, was sie von der KiBiz-Reform erwartet: „Das Land muss unsere Kitas endlich verlässlich finanzieren, um jeder Einrichtung Planbarkeit zu geben.“ Gleichzeitig erwarte sie mehr Hilfe für ihre Kolleginnen und Kollegen im aktiven Dienst. „Wir brauchen kleinere Gruppen und eine bessere Gesundheitsprävention. Viele Erzieherinnen sind überlastet. Auf Dauer wird der Personalmangel so noch größer.“

In der anschließenden Debatte nutzten zahlreiche Beschäftigte aus den Einrichtungen in Kamp-Lintfort und aus anderen Städten im Kreis Wesel die Möglichkeit, ihrem Unmut Luft zu machen. Viele mahnten etwa an, dass es mehr Personal brauche, um einen reibungslosen Betrieb gewährleisten zu können. Ebenso diskutierten die Erzieherinnen und Erzieher, wie ihren Anliegen mehr Gehör verschafft werden könne. „Oft wird schon vorausgesetzt, dass die Beschäftigten in den Kitas bis zur Selbstaufgabe arbeiten“, sagte Andrieshen. Schneider riet daher neben gewerkschaftlichem Engagement: „Holen Sie die Eltern ins Boot. Machen Sie auf die Lage aufmerksam und melden Sie sich bei Politikern gerade der Regierungsfraktionen.“ So könne es gelingen, die Pläne der Landesregierung noch zu ändern.

Nach der Veranstaltung in Kamp-Lintfort plant Schneider eine zweite Diskussionsrunde zur Zukunft der Kitas in Voerde. Am Dienstag, 28. April, lädt er dazu ab 18:30 Uhr in das Vereinsheim des TV Voerde, Rönskenstraße 54a, ein. Anmeldungen sind möglich unter: www.reneschneider.de/kita/

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